Fischbauchbrücke von 1926

Die Stahlstreben erinnern an Fischgräten, zusammen mit der Bauform an einen Fischbauch

Im Zusammenhang mit dem Bau der Eisenbahnstrecke von Barmen-Rittershausen über Beyenburg nach Radevormwald, die am 3.2.1890 eröffnet wurde, wurde eine Eisenbahnbrücke über die Wupper an der Beyenburger Grenze gebaut. Diese wurde zunächst als Kastenbrücke ausgeführt.

Die erste Eisenbahnbrücke über die Wupper. Im Vordergrund die Straße „Vor der Hardt“ und der ursprüngliche kleine Stauweiher. Foto etwa 1908

 

Die erste Ausführung der Eisenbahnbrücke als Kastenbrücke

Für die schwerer werdenden Züge reichte die Tragfähigkeit dieser Katenbrücke nicht mehr aus, so dass 1926 eine stabilere Konstruktion mit höherer Traglast errichtet werden musste, die sogenannte Fischbauchbrücke.

Die Fischbauchbrücke in den 1930er Jahren. Im Hintergrund links sieht man noch die alte und wesentlich kleine, nur über die Eisenbahnstrecke führende, Brücke zum Siegelberg

Durch den von 1952 bis 1954 erfolgten Bau der Staumauer für den Stausee erhöhte sich der Wasserstand der Wupper, wodurch der Abstand zum Wasserspiegel wesentlich geringer wurde. Im Hintergrund links sieht man die neue Brücke zum Siegelberg am 29.12.2008

Lange Jahre fand der Personenverkehr mit dem sogenannten Schienenbus statt.

Neben die Eisenbahnbrücke baute man eine Fußgängerbrücke über die engste Stelle des Stausees.

Fußgängerbrücke neben der Eisenbahnbrücke 1960er Jahre

1970 wurde die neue Verbindungsstraße, die L 414, nach Radevormwald gebaut. Neben der    Eisenbahnbrücke entstand eine zweispurige Straßenbrücke. Der Ort Beyenburg wurde neben der Bahnlinie jetzt breiter durchschnitten, wodurch einige Häuser dem Durchbruch zum Opfer fielen und die Straße „Am Kriegermal“ jetzt die L 414 überbrückt. Zum Neubaugebiet am Siegelberg führt nun eine größere Betonbrücke hinauf.

Fischbauchbrücke und Straßenbrücke über dem vereisten Stausee am 5.2.2012

Vier Brücken am 22.10.2022

Infolge stetigen Fahrgastrückgangs wurde der Personenverkehr 1979 eingestellt. Der Bau der Wuppertalsperre in Krebsöge, wozu bereits 1960 der Beschluss gefasst wurde und die dann 1987 fertiggestellt wurde, unterbrach die Strecke nach Radevormwald.

Durch den Bergische Bahnen/Förderverein Wupperschiene e.V. wird die übrig gebliebene Strecke möglichst instandgehalten, um an besonderen Wochenenden eine Museumsbahn fahren zu lassen. Dies geschah erstmals am 8.2.2025 mit einer feierlichen Premierenfahrt zwischen Oberbarmen und Beyenburg.

Sanierungsarbeiten durch den Bergische Bahnen/Förderverein Wupperschiene e.V. am 15.10.2017

Gemeinsam mit der gesamten Bergisch-Märkischen Eisenbahnstrecke durch Wuppertal ist die Fischbauchbrücke unter der Nr. 3584 am 23.11.1994 in die Denkmalliste der Stadt Wuppertal aufgenommen worden.

 

Literatur:

Rudolf Inkeller: Die Wupper-Talbahn, LOK Report, Münster, 2. Auflage 1991

Rudolf Inkeller: Die Wuppertalbahn, Rheinisch-Bergische Eisenbahngeschichte Heft 5, Verlag A.

Kaiß, Leichlingen, 3. überarbeitete und aktualisierte Auflage 2004

Die Fotos und Aufnahmen sind aus der Sammlung des „Geschichtskreis Beyenburg“ und von Jürgen Rottmann